VQSD-Position 01/2015 Qualitätssicherung von Klärschlamm braucht eine echte Perspektive

Der Koalitionsbeschluss zum Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Verwertung sowie zur Phosphorrückgewinnung soll mit der Neufassung der Klärschlammverordnung umgesetzt werden. Die geplante Übergangsfrist von 10 Jahren und die Fokussierung auf Monoverbrennung und P-Recycling aus Aschen führen jedoch in eine Sackgasse. VQSD begründet diese These in dem aktuellen Positionspapier zur Zukunft der Klärschlammverwertung.

Phosphor ist ein kritischer Rohstoff. Aus Gründen einer vermeintlichen Entsorgungssicher­heit entschließen sich viele Kommunen trotz guter Klärschlammqualitäten für den Weg in die Mitverbrennung. Es ist zu erwarten, dass  dadurch in der Übergangsfrist jährlich mindestens 60.000 t P2O5 unwiederbringlich vernichtet werden.

Aus Sicht des VQSD wäre es im Hinblick auf den Ressourcenschutz sinnvoll, wenn sich die P-Rückgewinnung zunächst auf die bereits heute „verlorenen“ P-Mengen konzentrieren würde. Gute Klärschlammqualitäten sollten weiterhin stofflich verwertet werden. Qualitäts­sicherungssysteme können dabei die effiziente und umweltgerechte Nutzung der wert­gebenden Inhaltsstoffe gewährleisten. Die Qualitätssicherung von Klärschlamm ist im Kreislaufwirtschaftsgesetz verankert. Zur flächendeckenden Einführung und Umsetzung von Qualitätssicherung von Klärschlamm braucht es jedoch eine echte Perspektive, die über den Übergangszeitraum hinaus geht.

VQSD fordert daher, dass statt der geplanten Bagatellregelung für kleine Kläranlagen ausschließlich qualitätsgesicherte Klärschlämme vom Ausstieg ausgenommen werden. Bereits im Januar hatten VQSD und zehn weitere betroffene Verbände aus Kommunal-, Abfall- und Landwirtschaft sowie der Qualitätssicherung in einem gemeinsamen Eckpunkte­papier fachlich differenzierte Regelungen und den Erhalt der stofflichen Verwertung von qualitativ hochwertigen Klärschlämmen gefordert.

Auch die Mitverbrennung von Klärschlamm wird nach Ende der Übergangsfrist eingeschränkt und nur noch für phosphatabgereicherte Klärschlämme möglich sein. Folglich müssen die Kapazitäten in Monoverbrennungsanlagen erheblich ausgeweitet werden. Da das innerhalb des Übergangszeitraums kaum realisierbar ist, warnen Experten vor einem Entsorgungsnotstand.